Wie us-amerikanische Unternehmen Content Marketing nutzen

19. Juli 2013

Im deutschsprachigen Raum wird das Thema Content Marketing erst nach und nach bekannter. Erst langsam entdecken die Marketingleute, wie spannend und erfolgreich dieses neue Thema doch eigentlich ist. Und falls es doch ein Thema ist, dann vor allem für Firmen aus dem B2C-Bereich, die sich also an den Endkunden wenden.

Im anglo-amerikanischen Sprachraum ist man da deutlich weiter. Hier nimmt Content Marketing im Marketing-Mix der Unternehmen eine immer wichtigere Rolle ein. Und das nicht nur im B2C-Bereich. Auch Unternehmen, die Unternehmen als Kunden haben, nutzen dieses Marketinginstrument. Wie erfolgreich Content Marketing auch in sehr speziellen Wirtschaftsnischen sein kann, hat Thomas Knüwer  auf seinem Blog ja schon vor rund drei Jahren gezeigt.

So eine Nische ist ein schönes Beispiel für Vorträge auf Konferenzen. Aber in den USA wird Content Marketing im B2B-Bereich nahezu flächendeckend eingesetzt, sagen mir aktuelle Zahlen aus Amerika. Denn das Content Marketing Institut aus Cleveland hat in einer Studie  mal untersucht, welche Unternehmen wann was einsetzen.

Vielzahl von Formaten

Und das finde ich sehr spannend. Denn nach der Studie  B2B Enterprise Content Marketing: 2013 Benchmarks, Budgets, and Trends – North America benutzen 95 Prozent aller B2B-Unternehmen ( Ich nenne Unternehmen, die nur Firmenkunden haben, jetzt einfach mal so) Content Marketing. Und jeder davon verwendet bis zu 16 verschiedene Formate – vom Videoclip, über Google Hangouts und White Papers. Jede fünfte Unternehmen verwendet sogar mehr als 20 verschiedene Content Formate.

Um diese Inhalte in sozialen Netzwerken zu verteilen und damit Kundenbindung herzustellen, ist für 80 Prozent der befragten Firmen Facebook die erste Wahl. Danach folgt Twitter, You Tube und Linkedin. Im zweistelligen Prozentbereich der Nutzung liegen auch noch Google+, Slideshare und Pinterest. Vier dieser sozialen Netzwerke nutzen die Firmen im Schnitt.

Sehr spannend finde ich auch, welche Ziele die Firmen mit Content Marketing verfolgen. Denn an erster Stelle steht für die us-amerikanischen Unternehmen das Ziel Brand Awareness, also die Bekanntheit ihrer Marke. Erste an zweiter und dritter Stelle der Ziele, die mit Content Marketing verfolgt werden, steht die Generierung von Leads und die Gewinnung neuer Kunden. Als Gradmesser für den Erfolg dient dabei die Zahl der Website-Besucher.

Und viele wollen mehr davon. Vierzig Prozent der befragten Firmen wollen das Content Marketing ausbauen. Sechs Prozent sogar sehr stark. 36 Prozent wollen es so lassen, wie es zur Zeit ist und nur sechs Prozent wollen ihr Engagement runterfahren.

Ein paar interessante Zahlen zu Budget gibt es auch noch.

So wollen 46 Prozent der befragten Unternehmen ihr Content Marketing Budget in den kommenden 12 Monaten ausbauen. 37 Prozent belassen es beim bestehenden Budget. Nur sechs Prozent wollen ihre Content Marketing Ausgaben runterfahren.

Und diese Budgets nehmen einen ganz schön großen Raum im Marketing-Mix vieler Unternehmen sein. Bei kleinen Unternehmen mit bis zu 99 Angestellten, verwenden die Chefs 31 Prozent des Marketingbudgets auf Content Maßnahmen. Und bei Firmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sind es immer noch 24 Prozent des Marketingetats die für Content verwendet werden.

Die meisten Unternehmen lassen Content extern erstellen

Die meisten Firmen erstellen ihren Content nicht selber. 65 Prozent geben diese Aufgabe an externe Dienstleister. Das macht Sinn. Denn Inhalte zu erstellen, Geschichten zu erzählen, muss man können. Und sie müssen zum Unternehmen und seinen Produkten passen. Das sollte man Fachleuten überlassen

Die größte Herausforderung ist es für Unternehmen dabei dann auch, den Content zu erstellen, der die Leser erreicht. Erst an zweiter Stelle stehen die Manager vor dem Problem, genügend Inhalte zu finden.

Aus allem filtert das Content Marketing Institut vier zentrale Aussagen über erfolgreiches B2B-Marketing:

  • Die erfolgreichen Marketer stecken einen größeren Teil ihres Budget in Content Marketing
  • Sie benutzen mehr Content-Marketing-Taktiken
  • Sie schneidern häufiger spezifischen Content auf bestimmte Personen und/oder Profile zu
  • Haben weniger Probleme, diese Inhalte zu erstellen.

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