Warum gerade kleinere Unternehmen verstärkt auf Videocontent setzen

Schon mit einer Smartphone-Kamera lassen sich hochwertige Videos für soziale Netzwerke erstellen.

13. Juli 2016

Manchmal reichen ein Einhorn und buntes Softeis, um einen Hit zu landen. So ist es jedenfalls dem amerikanischen Unternehmen Squatty Potty ergangen. Dessen Produkt, ein simpler Hocker, soll den Stuhlgang erleichtern. Wie das funktioniert, demonstriert Squatty Potty in einem farbenfrohen Video mit dem Titel „This Unicorn changed the way I poop“, in dem ein Einhorn, vielfarbiges und glitzerndes Softeis ausscheidet. Mit dem Squatty Potty Hocker geht das natürlich viel bequemer und gesünder. Warum das so ist, erklärt ein an der bunten Einhorn-Kacke lutschender Prinz. Das mag absurd klingen. Und sieht auch so aus. Aber mit dem irren Stück Videocontent steigerte das junge Unternehmen in kürzester Zeit seinen Umsatz um mehr als 600 Prozent.

Aktuelle Studie: kleinere Unternehmen setzen auf Videocontent

Das Einhorn-Video mag etwas ausgefallen sein. Aber es symbolisiert einen Trend. Für kleine und mittlere Unternehmen wird die erfolgreiche Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen mit Videos ein zentrales Thema.  Rund 85 Prozent der kleinen Unternehmen in den USA erstellen schon eigenen Videocontent oder planen den Schritt in die Videovermarktung. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Mai 2016 veröffentlichte Studie der Firma Magisto, die sich auf Software für Video-Bearbeitung spezialisiert hat. Drei Viertel der in der Studie befragten Unternehmen erstellen sogar mindestens vier mal Videocontent im Jahr.

KMU investieren in Videocontent

Das ist erst der Anfang. Laut einer Studie der Unternehmensberatung BIA/Kelsey wird gerade Videocontent für kleine und mittlere Unternehmen immer wichtiger. Schon in zwei Jahren, nämlich 2018, werden KMU in diesem Bereich mehr investieren, als ihre großen Konkurrenten.

Der einfache Grund dafür: Digitale Videos erzielen in den sozialen Medien dreimal höhere Interaktionsraten als einfache Fotos. Davon konnten bis jetzt nur große Unternehmen profitieren. Denn nur diese können die Kosten für Kreation, Entwicklung und Vermarktung solcher Videos stemmen. Doch seit auch Twitter, Instagram und Facebook mit YouTubes TrueView Ad Format selbstgedrehte Videos für Werbung zulassen, sind auch die kleineren Firmen am Zug.

Das gefällt vor allem der Zielgruppe. Denn vor allem für jüngere Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, ersetzen die sozialen Netzwerke die noch für ihre Eltern aus der Baby-Boomer-Generation wichtige Mundpropaganda.

Kurz gesagt: Die als Kunden der Zukunft so wichtigen Millennials erreichen die Unternehmen vor allem mit Videos in den sozialen Netzwerken.

Facebook als neuer Video-Marketing-Kanal für kleine Unternehmen?

Dabei hilft auch, dass sich vor allem Facebook immer mehr für Filme und Videos öffnet. So gab es im März 2016 dort die Video-Funktion “Your Business Story“. Obwohl die Funktion nur für einen kurzen Zeitraum verfügbar war, nutzten mehr als drei Millionen Unternehmen die Chance, einen Film einzustellen. Hinzu kommt, dass Facebook schon jetzt mehr als 50 Millionen Unternehmensseiten hat. Und letztendlich benutzerfreundlicher ist als YouTube.

Das liegt auch an Features wie Facebook Live. Dort lassen sich Events in Echtzeit übertragen. Bald kommt auch eine Speicherfunktion dazu. Das alles macht es kleinen Unternehmen sehr einfach, Videos gezielt auf Facebook zu posten.

Tipps:  So werden Videos auf Facebook erfolgreich

Legen Sie einen Ablauftermin fest

Sobald der vorher festgelegte Termin abgelaufen ist, kann niemand das Video auf Facebook mehr sehen. Das hilft, wenn es ein jahreszeitlich relevantes Video, beispielsweise nach Weihnachten oder Ostern, war. Oder wenn ein besonderer geschäftlicher Termin, wie eine Messe, Inhalt des Filmes war. Denn nichts ist schlimmer, als inhaltlich überholte Videos.

Untertiteln Sie ihren Film

Im Facebook-Newsfeed werden die Videos automatisch ohne Ton abgespielt. Deshalb müssen Sie dafür sorgen, dass die erzählte Geschichte auch ohne Ton verstanden wird. dabei helfen Untertitel.  Diese können bei Facebook zu jedem Video und in jeder Sprache hinzugefügt werden.

Untersuchen Sie auf den Abschaltpunkt

In den Facebook-Statistiken können Sie sehen, ab wann die Zuschauer weg sind. Also, ab wann das Video für den Betrachter uninteressant wird. Das ist häufig schon am Anfang der Fall, wenn der Zuschauer weiter scrollt. Passiert das aber auch an einem späteren Zeitpunkt des Videos, ist das ein Hinweis darauf, dass ab diesem Punkt seine Zuschauer langweilt und nicht mehr erreicht.

Achten Sie auf das Engagement rund um das Video

In den Statistiken, die Ihnen Facebook zu Ihren Videos liefert, können Sie anhand der Kommentare, Likes und Shares sehen, was die Zuschauer bewegt. Diese Informationen sollten Sie für die kommenden Videos nutzen.

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