Storytelling: Mit guten Geschichten verkaufen

Post image for Storytelling: Mit guten Geschichten verkaufen

17. April 2019

Im digitalen Marketing ist Storytelling die hohe Kunst, mit spannenden Geschichten, Kunden für Produkte oder Dienstleistungen zu begeistern.

Die Menschen lieben Geschichten. Schon unsere Ur-Väter saßen gemeinsam um ein Lagerfeuer und lauschten gebannt einer fesselnden Erzählung. Die Odyssee des griechischen Autors Homer gilt als eine der ersten aufgeschriebenen Geschichten der Menschheit. Mündlich erzählt wurde sie aber wahrscheinlich schon vorher jahrhundertelang. Nicht anders als heute noch im Zelt und Pfadfinderlager.

Auch das moderne, digitale Marketing greift gerne auf die Erfahrungen von Homer und seinen nachfolgenden Erzählern zurück. Storytelling, auf Deutsch Geschichten erzählen, ist einer der wichtigsten Trends im digitalen Marketing, um Kunden für Produkte und Dienstleisten zu gewinnen.

Was ist Storytelling?

Storytelling ist immer beliebt.

Storytelling funktioniert seit Jahrhunderten

Storytelling ist einfach nur das Erzählen von Geschichten. Wissenschaftlich gesehen ist Storytelling eine Erzählmethode, bei dem Wissen vor allem durch rhetorische Stilmittel wie Leitmotive, Symbole oder Metaphern weitergegeben wird. Das funktioniert vor allem in den sozialen digitalen Medien, wo das Publikum die Geschichte nicht einfach nur konsumiert, sondern selber aktiv werden kann.

Das Erzählen von Geschichten erfüllt viele Aufgaben. Schon früher am Lagerfeuer gaben damit Menschen Wissen und Erfahrungen an andere Menschen und Generationen weiter. Geschichten vermitteln aber auch Lebenserfahrung, geben Wissen weiter, zeigen, wie sich Probleme lösen lassen, verändern das Verhalten, vermitteln Werte und Normen, stiften Hoffnung und geben dem Leben einen Sinn.

In Unternehmen dient Storytelling häufig dazu Wissen zu managen und Mitarbeiter zu schulen. Dazu werden Daten, Werte, Ziele oder das Wissen der Firma an die Mitarbeiter vermittelt. Um Informationen in einfacher oder beispielhafter Form weiterzugeben bedienen sich auch die Erwachsenenbildung und der Journalismus des Geschichtenerzählens.

In den vergangenen Jahren haben allerdings auch Werbung und Marketing erkannt, dass sich mit eingängigen und emotionalen Geschichten Botschaften zu Interessenten und Kunden transportieren lassen.

Anstatt einfach Fakten aufzulisten, werden im Storytelling die Informationen in spannenden und emotionale Geschichten verpackt. Auf Elemente wie verschiedene Charaktere, eine Handlung und eine bestimmt Erzählperspektive sollte der Erzähler aber nicht verzichten.

Dabei ist es egal, ob es sich um eine erfundene oder reale Geschichte handelt. Denn intelligentes Storytelling spricht die Gefühle der Zielgruppe an. Das macht durch Storytelling vermittelte Fakten besonders authentisch. Spannende, fesselnde und unterhaltsame Geschichten erzeugen Sympathie beim Betrachter. So baut sich eine positive Beziehung zwischen Unternehmen und Rezipient auf.

Hinzu kommt, dass sich Menschen lieber Geschichten ansehen oder anhören, als nur trockene Produktinformationen zu konsumieren. Durch Storytelling transportierte Informationen prägen sich so besser ein.

Warum ist Storytelling wichtig?

Mit einer unterhaltsamen, fesselnden und lebendigen Geschichte erreichen wir unsere Mitmenschen sehr viel einfacher und nachhaltiger als mit einer einfachen Darlegung von Fakten. Nicht ohne Grund wird auch heute noch in Kulturen ohne eine Schriftsprache Wissen durch Geschichtenerzählen weitergegeben. Dabei ist es egal, ob die Geschichte erfunden oder wahr ist. Ebenso ist es unwichtig, ob der Erzähler fiktive und wahre Tatsachen und Gegebenheiten kombiniert. Eine gute Geschichte bleibt im Kopf hängen und transportiert zuverlässig Informationen.

Wie funktioniert gutes Storytelling?

Eine gute Geschichte vermittelt Wissen, in dem sie eine Metaebene erzeugt, auf der Informationen vermittelt werden. Das kann geschehen, in dem sich der Hörer vielleicht mit einem Helden oder auch Anti-Helden identifiziert. Das kann aber auch durch Emotionen wie Wut, Freude, Trauer oder Begeisterung geschehen.

Dafür muss der Hörer oder Zuschauer nicht einmal alle Einzelheiten der Geschichte begreifen. Denn meistens wirkt die Geschichte im Unbewussten weiter. Allerdings sollte das Grundmuster einer Geschichte immer aus der Lebenswelt und Kultur des Zuschauers stammen.

Was bringt gutes Storytelling?

Wie weiter oben schon erläutert, lassen sich Informationen und Botschaften viel einfacher mit einer guten Geschichte transportieren. Wir Menschen lieben eine gute Geschichte. Ist sie spannend und unterhaltsam, beschäftigen wir uns gerne mit ihren Inhalten. Auf diese Art und Weise können Unternehmen Marken- und andere Werbebotschaften mitsamt den dazugehörigen Informationen viel einfacher und wirkungsvoller transportieren. Gleichzeitig lässt eine gut erzählte Geschichte den Erzähler, das Unternehmen, positiver und angenehmer erscheinen.

Was braucht gutes Storytelling?

Was macht eigentlich eine gute Geschichte aus? Manche Autoren glauben, dass es nur wenige Grund-Geschichten gibt, die aber mit immer wieder neuen, unzähligen Variationen erzählt werden. Um eine spannende Geschichte zu erzählen, sind auf jeden Fall einige allgemein gültige Regeln zu beachten.

Regel1: Storytelling braucht Protagonisten mit einem Ziel und einem Motiv

Spannende Erzählungen entstehen, wenn sich ein Protagonist auf den Weg macht, um sein gestecktes, für das Publikum glaubwürdiges, Ziel zu erreichen. Dabei ist es egal, ob es sich um reale oder erfundene Wesen handelt. Auch Tiere oder Fantasy-Figuren eignen sich als menschliche Stellvertreter. Allerdings sollten die Protagonisten zur Zielgruppe gehören oder wenigstens für sie interessant und relevant sein.

Die Emotionen dieser Protagonisten sorgen für die emotionale Reaktion des Publikums. Genau diese Emotionen sind letztendlich dafür verantwortlich, dass die Geschichte im Gedächtnis hängen bleibt.

Regel 2: Storytelling braucht eine schlüssige und logische Handlung

Eine gute Geschichte besteht vor allem aus einer logischen und kausal zusammenhängenden Handlung. Ein Ereignis bringt das darauffolgende Ereignis ins Rollen. Das wiederum sorgt für das darauffolgende Ereignis und so weiter. Daraus entsteht dann nach und nach ein spannender und für das Publikum interessanter Handlungsverlauf.

Regel 3: Storytelling braucht einen Spannungsbogen

Ohne einen Spannungsbogen verplätschert auch die spannendste Idee und langweilt das Publikum. Üblicherweise sind gute Geschichten in drei Akte aufgeteilt. Es gibt einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss.

Zu Anfang wird die handelnde Figur (oder Figuren) mit ihrem Problem vorgestellt. Es gibt erste Ansätze, das Problem zu lösen.

In der Mitte der Geschichte muss die handelnde Figur einige Hindernisse überwinden und zum Schluss spitzen sich die Ereignisse zu. Letztendlich kann die Hauptfigur zum Schluß ihr Problem lösen. Das wäre dann eine Geschichtemit Happy End.

Gelingt es ihr nicht, ist es eine Tragödie.

{ 0 Kommentare… Kommentar hinzufügen }

Kommentar hinterlassen

Previous post:

Next post: